Über
Nacht kommen
Räder
unter
Räder Wege
und Straßen
gleichen
eines Ratgebers
Rückgrat Freunde
bleiben
ein Hallo
und des Freundes
falsche Freunde
ein Tschüss
schuldig
Autor: Martin W. Zaglmaier
LEBENSBILIANZ
Gleich nach einem Blick,
werden Freunde Fremde.
Durch der Menschen Hände
verrinnt ein jedes Glück.
Gleich nach einem Satz,
trennen Menschen Welten.
Sympathie ist selten.
Selt’ner als ein Schatz.
IM MORGENGRAUEN
Tiefgefror‘ne Tränen
fangen an zu tauen.
Das geheime Sehnen
gebiert die Migränen
gleich im Morgengrauen.
Azurwolken schmelzen,
wie die Süßrahmbutter
und auf hohen Stelzen
geht zum großen Felsen:
Meine munt‘re Mutter.
VATERS BESCHWERDE
So ist‘s jeden Tag!
So wird‘s immer sein!
Was ich gar nicht mag,
quäle ich mir rein.
Jeder Biss, mein Kind,
gleicht den Höllenqualen.
Brötchenkrümel sind,
wie der Eier Schalen.
Trinke heißen Kaffee!
Verbrenn‘ dir die Schnauze!
Alles! – Alles tut weh
bis zur Mittagspause.
UNERSÄTTLICH
Täglich hören wir die Frau im Bett
sechs bis sieben Muskelmänner lieben.
Täglich rülpst sie irgendein Sonett,
dass Picassos von den Wänden fliegen.
Täglich wird die Dame dreist und dreister
und verspeist Garnelen oder Schnecken.
Hunger scheint die letzten Lebensgeister
aus dem allertiefsten Schlaf zu wecken.
RAUSWURF
Alte Alleswisser werden
an die frische Luft gesetzt.
Denn sie können niemals merken,
dass sie alle schlimmer nerven,
als das hohle Hier und Jetzt.
Raus aus diesem schönen Haus.
Packt schnell eure sieben Sachen,
wandert, mitsamt Mann und Maus,
in die fernsten Länder aus
und schreibt nette Ansichtskarten.